Zeitung Heute : Die verborgenen Schätze des Alltags Schon mit simplen Verhaltensänderungen kann

man eine Menge Energie sparen

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Darf man genießen? Eindeutig: Ja. Aber man muss wissen, was es kostet. Wer jeden Morgen lange Zeit unter der Dusche steht oder sich ein Wannenbad einlässt, sollte sich über die Kosten im Klaren sein – für den Geldbeutel und die Umwelt. Die Technik hilft allenthalben schon, viel Energie sinnvoll umzusetzen, Verluste zu verringern. Aber der Verbraucher muss mitmachen.

Dass zwischen seinem Verhalten und den Möglichkeiten der Energieeinsparung eine erhebliche Lücke klafft, ist schon in einer Studie ermittelt worden, die im Auftrag des Bundesumweltministeriums vom FraunhoferInstitut Systemtechnik und Innovationsforschung gemeinsam mit dem Ökoinstitut Darmstadt und der TU München angefertigt wurde. Das Ergebnis: Bis zu 30 Prozent der CO2-Emissionen könnten sich durch Verhaltensänderungen in den Bereichen Haushalt, Gewerbe, Handel und Dienstleistung sparen lassen.

Allein in den Haushalten ließe sich der Ausstoß um etwa 61 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr herunterfahren, das ist ein Drittel der Emissionen aus diesem Bereich. Besonders wirksam sind Maßnahmen, die den Energieverbrauch für Raumwärme reduzieren: Sie machen 87 Prozent des Einsparpotenzials aus. Die Forscher nannten ganz simple Beispiele, wie das ohne Komfortverlust zu schaffen ist. So sollte man aufpassen, dass die Heizkörper etwa nicht mit Möbeln zugestellt sind, denn dann kann die warme Luft nicht richtig im Raum zirkulieren.

Stoßweise lüften

Ein weiterer Hinweis, der immer noch nicht richtig beachtet wird, betrifft das Lüften. Gerade das aber muss in Neubauten und renovierten Altbauten besonders gut beachtet werden, denn sonst drohen entweder zu starke Energieverluste oder aber Schimmelbildung. Schließlich enthält der menschliche Atem Feuchtigkeit, die bei sehr gut gedämmten Räumen ganz bewusst ins Freie geleitet werden muss. Aber auch Zimmerpflanzen verdunsten Wasser.

So gilt das Prinzip der „Stoßlüftung“: Je nach Raumnutzung mehrmals am Tag werden zunächst die Heizkörperventile herunter gedreht (nebenbei: das hält diese mechanischen Teile über die Jahre hinweg gängig und funktionstüchtig) und dann erst die Fenster für etwa fünf Minuten weit geöffnet. Wer die Raumtemperatur danach nicht allzu hoch stellt und lieber zu einem flauschigen Pulli greift, spart kräftig.

Wer ein paar Euro übrig hat, der kann elektronisch geregelte Heizkörperventile erstehen. Sie lassen sich auf die tägliche Nutzung der Wohnung einstellen, und zwar als „Tagesganglinie“ mit der Möglichkeit, am Wochenende andere Werte einzustellen.

Und noch etwas: Wo außenliegende Rolläden vorhanden sind, sollten sie nachts auch genutzt werden. Denn zwischen ihnen und dem Fenster bildet sich ein lärm- und wärmedämmendes Luftpolster, das die Energieabgabe aus dem Raum – und damit die Verluste – deutlich verringert.

Wer all das beachtet, leistet nicht nur einen beachtlichen Beitrag zum Klimaschutz, sondern spart auch kräftig. Pro Durchschnittshaushalt kamen die Experten (im Jahr 2000) auf bis zu 300 Euro jährlich, bei den inzwischen deutlich gestiegenen Energiekosten dürfte sich der Betrag noch erhöht haben. gih

Weiteres im Internet unter:

www.isi.fhg.de/e/publikation/verhalten/ verhalten.htm

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