Zeitung Heute : Die Verlierer

Es sind vor allem die Leistungsträger der Gesellschaft

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Norbert Walter brachte es auf den Punkt. Die Sparliste der Regierung bezeichnete der Chefvolkswirt der Deutschen Bank als „maximales Programm zur Demotivation der Leistungsträger unserer Gesellschaft". Durch die Anhebung des RentenBeitragssatzes auf 19,3 und der Beitragsbemessungsgrenze in der Renten- und Arbeitslosenversicherung auf 5100 Euro fehlen denjenigen, die darüber liegen, ab Januar rund 1000 Euro im Jahr. Damit nimmt man den Betroffenen nicht nur Geld zum Konsumieren und Ankurbeln der Wirtschaft. Man beraubt sie auch der Chance, privat fürs Alter vorzusorgen. Das war eigentlich Regierungsziel. Auch Selbstständige und Freiberufler, Unternehmer also, die von Rot-Grün gefördert werden sollten, sind nun die Gekniffenen. Zuerst in der Rente: Weil rund 65 Prozent der Selbstständigen ihre Altersvorsorge privat erbringen, brauchen sie jeden Cent für Anlagen. In Aktien, Lebensversicherungen und Immobilien. Wenn jetzt jeder Aktiengewinn und Immobilienverkauf besteuert wird, müssen viele Anleger mehr Geld aufbringen, um ihre Rente zu sichern. Das kostet Kaufkraft in der Jugend und demotiviert obendrein. Schlimm für die Selbstständigen ist auch, dass ihnen die Übernahme der elterlichen Betriebe vermiest wird – durch das Verbot, Verlustvorträge der Firma zu erben. Verlierer sind aber auch alle Kunden der privaten Krankenversicherungen. Durch die Anhebung der Pflichtversicherungsgrenze für Neueinsteiger auf 5100 Euro – einen Betrag, den wohl höchstens noch einige Unternehmensberater zum Einstieg verdienen, ist der Nachwuchs in der Versicherung quasi abgeschnitten. Das Ergebnis: Das Durchschnittsalter und damit die Kosten in den Versicherungen steigen. Die Beiträge aller Versicherten auch. asi

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