Zeitung Heute : Die Wanderbücherei

1,28 Millionen Bücher müssen nach Berlin. Und jedes darf dabei nur „zwei Tage seiner Benutzung entzogen werden“, sagt die Bundestags-Vorschrift. Eine der besten Parlamentsbibliotheken der Welt zieht um. Und damit ist auch das Kapitel Bonn für die Volksvertreter definitiv zu Ende.

Jürgen Schreiber

Der Vorhang ist gefallen. Im Bonner Bundestag sind die Gardinen der gläsernen Bibliothekstüre zugezogen, die Vitrinen für Neuerwerbungen links und rechts von Raum 01 ausgeräumt. Stattdessen hängt da ein Luftbild vom Berliner „Band des Bundes“ an der Spree. Mit der Nummer 11 ist das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus (MELH) markiert, die drittgrößte Parlamentsbücherei (PB) der Welt wird vom Rhein dorthin verlagert. Bei dem logistischen Gesamtkunstwerk bewegen sich nach einem gut 50-seitigen Drehbuch jetzt 1288000 Bände vom alten zum neuen Standort.

Matthias Meitzel ist in der PB für „Amtliches Schrifttum, Buchbinderei, Kartenstelle“ zuständig. Nun empfängt er im CDU-Flügel des Alten Hochhauses, versehen mit dem, wie er findet, „schrecklichen Titel ,Umzugsbeauftragter’“. Er setzt den Hauptstadtbeschluss des Bundestags (vom 20. Juni 1991) dreizehn Jahre später in Handgriffe von Packern um – definitives Ende des Kapitels Bonn für die Volksvertreter. Seine Kollegen, wenige Boten und Pförtner sind die letzten Mohikaner im geliebten und verfluchten „Fuchsbau“ an der Görrestraße. Am Wegweiser im Korridor vergilbt ein Widerstands-Aufruf gegen die Parlaments-Verlagerung. Allein das Motto „Deshalb Bonn!“ überdauerte.

Das Bundesviertel gleicht in dieser Schlusssequenz einem Filmset, die Farbe blättert. Direkt neben der Bibliothek dominiert im Erdgeschoss noch Westermanns Schulkarte des geteilten Deutschlands, auf Karton gezogen, Auflage 1977, Maßstab 1:700000. Meitzel hat ein Foto von 1959 parat, laut Bildtext zeigt es „Frau Möller, Frau Just und Frl. Brunner“ vom Bücherei-Bereich „Amtsdrucksachen Inland“. An der Wand ist die Durchhalteparole „Deutschland – dreigeteilt – niemals“ zu lesen.

Auf dem Weg zum Umzugsbeauftragten hat das Herumstreifen durchaus seine wehmütigen Momente. Im Bonn 2004 führt das Tourist-Büro sein Faltblatt für den beliebten Rundgang zu den einst 31 Politik-Adressen nicht mehr, „bitte versuchen Sie es im Archiv“. Die Trambahn zum abgehängten Regierungsviertel heißt nun Telekom-Express. Folgerichtig steht das Abgeordneten-Hochhaus „Langer Eugen“ im Schatten des „Post-Tower“. Wo sonst ein Fahnenwald die Besucher erwartete, hängen wenige Uno-Flaggen. Gewöhnungsbedürftig, den lichten, bürgernahen Plenarsaal zum „Internationalen Kongresszentrum“ umfunktioniert zu sehen. „Führungen im ehemaligen Deutschen Bundestag“ werden angeboten. Verwaiste Landesvertretungen und Redaktionen geben dem Karree etwas Verwunschenes. Früher eine herausgeputzte Meile, verwildern im Tulpenfeld die Gärten.

1,28 Millionen Bücher! Ein eigens erstelltes „Umzugshandbuch“ ist das erwartete Dokument deutscher Gründlichkeit: Für die 1,5Millionen Euro teure Berlin-Tour braucht es demnach Notrufverzeichnis und Leitstellen, werktäglich steigt um neun ein Jour fixe zum „aktuellen Stand der Umzugserfüllung“, Treff Raum E. 341 im MELH. Eine Anweisung regelt das Verhalten bei „Personenschaden, Havarien, Bränden“, unterscheidet zwischen „zentral gesteuertem Umzugsgut (Mobiliar/ Technik)“ und „individuell gesteuertem Umzugsgut (unmittelbares Arbeitsplatzmaterial)“, nach Anweisung mit grünem Aufkleber zu kennzeichnen. Tresore und „Verwahrgelasse“ bewegt, so die Vorschrift, eine Spezialfirma. Vonnöten ist eine „Lost & Found-Sammelstelle“, Formular für „Schadensprotokolle“ anbei. Es darf nicht geraucht werden, Punkt 11 verordnet „striktes Alkoholverbot“. Im Handbuch ist Raum für „Notizen“ reserviert.

Der Leibhaftige

Altes Hochhaus Bonn, Eingang III, fernsehbekannt; wie gehabt erhebt sich auf einem Relief Phönix mannshoch aus der Asche. Gleich hinter der Pforte türmen sich in der Bibliothek 01 Speditionskartons, der „Personenkatalog bis 1986“ ist ausgeräumt. Es ist still, nur ein Uhrzeiger schnappt. Unter beruhigendem Deckenlicht verloren Schmökernde das Zeitgefühl. Ein Ex-Abgeordneter berichtet, Adenauer habe in den Kulissen den CSUler Stücklen über Franz Josef Strauß’ Gemütslage ausgehorcht. Intim und kommunikativ sei die Bibliothek gewesen, besser frequentiert als der nahe „Herrenruheraum“. Man kann sich in der Stunde des Abschieds die schattenhafte Prozession der Polit-Promis ausmalen: Carlo Schmid, Rainer Barzel, Rita Süssmuth, den fleißigen Ausleiher Helmut Kohl mit Faible für Biografien. Er flüchtete aus langweiligen Sitzungen gern in die Bücherwelt. Beim Einsortieren von Karteikarten sei er den jungen Aushilfen wie der Leibhaftige erschienen.

Mitte Mai räumt Meitzel sein Büro (samt der einsamen Topfpflanze „Bushy King“). Die aus den 50ern stammende Polstergarnitur geht direkt ans benachbarte Museum „Haus der Geschichte“. Am Computer klebt wie gewünscht bereits die rote Umzugs-Beschriftung, nicht zu verwechseln mit dem roten Punkt an der Tür, welcher den Putzfrauen anzeigt: Bitte Handtücher auswechseln, hier schafft noch einer im sonst geräumten Block.

Bonn a. D., mit dem Versetzen des Bücher- bergs verschwinden die Lehrjahre der Demokratie vollends. Jetzt überwiegt der Charme des Gewesenen am Ort mit der vordem höchsten Dichte an Chauffeuren und Limousinen. Meitzels Werdegang gibt im Schnelldurchlauf Auskunft über das ewige Hauptstadt-Provisorium. Wie sympathisch-bescheiden es zuging. 1999 wechselte der Bundestag an die Spree, er landete beim so genannten „Verdichtungsumzug“ in Zimmer 214, seine Bonner Endstation. Jeder Raum hat eine eigene Geschichte, es sei das Büro des Abgeordneten Lammert oder Lamers gewesen, „bitte prüfen Sie das“. Gegenüber residierte Heiner Geißler, daneben Schatzmeisterin Brigitte Baumeister, mit Tresor im Schrank, heißt es. Zuvor arbeitete Meitzel gegenüber vom Museum Koenig, im Alten Zollamt und diversen, von den Briten geräumten Offiziersvillen: „Unsere Bibliothek war immer ein Wanderzirkus“. Als der „Wissenschaftliche Dienst“ endlich im Schürmann-Bau konzentriert werden sollte, überschwemmte der Rhein das Areal. Bezeichnend, 55 Jahre nach der Gründung findet eine der weltweit besten Einrichtungen dieser Art erstmals unter einem Dach zusammen. Im Lüders-Haus dermaßen verschüchternd-opulent, man könnte meinen, die Volksvertreter hätten aus schlechtem Gewissen die 221 Millionen Euro dafür locker gemacht; ihr Leseinteresse ist – gemessen an Ausleihzahlen – rückläufig.

Eine Fotodokumentation vor dem Abgang wurde versäumt. Archäologen der Gegenwart müssen sich sputen, sonst sind die Spuren verloren. Der Umzugsbeauftragte führt ins Magazin, einen ehemaligen Luftschutzbunker unter der Pädagogischen Akademie, 1949 die erste Adresse der jungen Demokratie. Wer von den Abgeordneten ein Büro auf der Flussseite erwischte, konnte mit dem Dichter Wolfgang Koeppen sagen: „Im Nebel glitten Kohlenkähne wie tote Wale durch das Wasser.“ Es geht eng zu im Bücherkeller; nebenbei gesagt dreht Heinrich Breloer in den Katakomben demnächst für seinen Film „Speer und Er“. Verblüffenderweise stoßen wir im Labyrinth auf Wannenbäder und einen Boxraum für sportive Politiker, der gleichfalls als Lager dient. Ein aus den 60er Jahren stammendes Angebot für Seife hängt noch, „DM 0,30“. „Handtuch Miete“ DM 0,60. Unter blanken Rohren dann dicht bei dicht die Werke bis zur Decke in endloser Reihe, nach Größe gestellt. Goethe in der Cotta’schen Ausgabe von 1840, Baedeker-Bände, Biermanns „Ausgebürgert“ sticht ins Auge, ein Werk über „Die Gruppe 47“, Konrad R. Müllers Fotobuch „Helmut Kohl“.

An Hand der Bestandsliste ließe sich das ganze juristische Universum durcheilen: Verfassungs- und Verwaltungsgesetze, Abgabenordnung, Grundgesetzkommentare, Handbücher, Geschäftsordnungen, das „Abkürzungsverzeichnis der Rechtssprache“, Wörterbücher, Lexika ohne Ende. Dann natürlich der Überbau: die Staatsschriften Machiavellis und Hobbes’, Aristoteles’ „Politeia“ mit dem Satz, „dass der mäßige Besitz von Glücksgütern der Allerbeste ist“. Dazu amtliches Schrifttum sonder Zahl, Sitzungsberichte des Obersten Sowjets, Verordnungsblätter von den Niederländischen Antillen. Die „PB“ bezieht 9329 Periodika, hortet 35000 Falt- und 600 Rollkarten, beliebte Hingucker für Kameraschwenks bei Sitzungen.

Privat hätte Meitzel eigentlich genug damit zu tun, seine 3000 Bücher für den Wechsel nach Berlin zu packen; der Sammler hält es mit Elias Canetti. Er managt ja nicht nur einen Ortswechsel von A nach B, sondern einen Transfer, wie es ihn „unseres Wissens noch nicht gegeben hat.“ Bestände aus „13 Quellenmagazinen“ und 16 Signaturgruppen müssten heil am Berliner Platz der Republik 1 ankommen, ein gigantisches Puzzle, auf der Basis einer für Laien kaum durchschaubaren Ordnung der Dinge. Im Lüders-Haus, auf Ebene „Minus 12 Meter 60“, muss die komplexe Geografie zentimetergenau passen.

Es trifft sich gut, Hans-Peter Saal von der Speditions-Arbeitsgemeinschaft „Kühne/ Deuerling“ ist ein Bücherfreund. Der Betriebswirt hat die Konzeption erdacht, ein Tüftler mit Leidenschaft fürs Exakte, jederzeit bereit, Bewegungsbilder zum „Mengenstrom“ und „Materialfluss“ auf die Leinwand zu beamen. Früher steuerte er Produktionsprozesse für Eisenbahnsicherungstechnik, nun setzt er die Bundestags-Vorgabe um, jedes der 1,28 Millionen Bücher dürfe „maximal zwei Tage seiner Benutzung entzogen werden“. Der tägliche Rapport vermelde, welche Schwarten noch in Bonn stünden, welche schon in Berlin seien. Die Backen gerötet schwärmt er davon, wie seine Firma an der Uni Greifswald 18 Fachbibliotheken zusammenführte, „wir haben 180000 Werke einsortiert“. Ein heikles Geschäft. „Die Aufstellungsordnung darf nicht zerrissen werden. Eine verstellte Signatur findet man nie wieder“.

Von wegen also einpacken, expedieren, auspacken. Das Bewegen der Millionenwerte ist eine Wissenschaft für sich, mit Umzugsdatenbank, Sendungsverfolgungssystem, Regalbelegungsplanung des Inhalts: „In welchem Meter steckt das und das Buch?“ Bei der Präsentation im Reichstag schwirrten Begriffe wie Startadresse, Zielregal, Barcode, Transportfolge, Zuwachsreserve, Unterwegsmenge über die Köpfe. Ein Teilnehmer erinnert sich, nichts davon begriffen zu haben, wie das scheinbare Chaos in ein System gebracht werde.

Saal setzt die Lesebrille auf, die Finger tanzen auf dem Computer. Farbig abgestuft erscheint sein Fahrplan: letzte Ausfahrt Bonn-Rheinaue demnach am 11. Mai. Um 17Uhr verladen Team 1 und 2 restliche Paletten mit dem „Amtsblatt des Großherzogtums Luxemburg“ und der Zeitschrift „Camera dei Deputati“ auf die 24-Tonner. Ab nach Berlin über die A 59.

Sonst ein zurückhaltender Zeitgenosse, ist dann auch der Umzugsbeauftragte fähig, sich im Gespräch an den großen Zahlen zu berauschen. Die „PB“ verfüge in Bonn über 38000 Regalmeter, die sich durch seine ausholende Armbewegung verdoppeln. „Grosso modo“ müssten 55 Kilometer verschubt werden, „wir sagen: das entspricht etwa der Strecke Bonn-Koblenz“. Ein eigens ersonnenes „Palettensteckrahmensystem“ werde eingesetzt, jedes nehme 19 laufende Büchermeter auf. Die „mittlere Tagesleistung“ der Packer sei mit 950 laufenden Metern kalkuliert. Man rechne mit über 100 Lkw-Zügen, Transportfrequenz 1,6 Lkw pro Nacht. Uff.

Regierungen gehen, Literatur bleibt

Wie klein, und wie aus einer anderen Welt, war dagegen der Anfang anno ’49 mit den 1012 Büchern, zumeist vom Parlamentarischen Rat. Zum Vergleich: Heute sind allein 999 Titel zu Willy Brandt vorrätig, davon 768 von ihm selbst geschriebene Bücher und Aufsätze. Damals wurden Spenden von Abgeordneten erbeten, „bedeutende einschlägige Verleger“ um Hilfe angegangen, Dubletten getauscht. Im aufklärerischen Duktus forderte Carlo Schmid eine für jedermann offene „politische Zentralbibliothek Deutschlands“. Sie sollte nach der Hitler-Diktatur die demokratische Alphabetisierung vorantreiben. Zum Grundstock gehörte Bebels „Aus meinem Leben“, Teil I und III, eine chinesisch-deutsche Gesetzessammlung samt dem Aufruf zur „Schwäbisch-Alemannischen Demokratie“. Von Papa Heuss gab’s „Die deutsche Nationalidee im Wandel der Geschichte“ zu lesen, Jaspers „Die Schuldfrage“ war auszuleihen, von Marx „Das kapitalistische Lohnsystem“. Papst Pius XII. steht mit „Gerechtigkeit schafft Frieden“ im Verzeichnis. Neun Abgeordnete bildeten den „Büchereibeirat“, jährlich sollten 25000 Bände hinzukommen. Bis auf einen Pfennig, so ist 1955 notiert, verbrauchte man die bewilligten 496000 Mark.

Bonn, ein Stillleben der alten Zeit: Herumstöbern im Lesesaal mit verwaisten Leseplätzen an soliden Tischen. Thermoskannen, Tassen stehen herum, ein Globus. Regierungen kommen und gehen, die Literatur bleibt. 13 gelbe Schwarten zum „Europarecht“, das „Ortslexikon der DDR“ von 1986, die „4000 Vornamen aus aller Welt“, Duden-Bände im Dutzend, ein Arabisch-Wörterbuch als Handexemplar griffbereit. Auf Hans Eichel wartet der Wälzer „Besonderes Schuldenrecht“. Begleiter Meitzel gesteht bekümmert, die Doktorarbeit der Namensgeberin des neuen Bibliotheksgehäuses fehle unter den Millionen Büchern. „Da muss ich passen“. Frauenrechtlerin Lüders hatte 1912 über „Die Fortbildung und Ausbildung der im Gewerbe tätigen weiblichen Personen und deren rechtliche Grundlagen“ promoviert.

Noch einmal die abgegriffen-mürben Karteikarten des „Standortkatalogs“ in die Hand nehmen. Der gewaltige Fundus bewahrt „Entscheidungen des Schweizer Bundesgerichtes“, die „Deutsch-Marokkanische Rundschau“ samt der von der Spiritus-Industrie vertriebenen Zeitschrift „Branntweinwirtschaft“. Frühe Bände von „Life“? „Handwerkszählung von 1956“? Alles da. Wie aber fand der Titel „Berliner Großmaul“ in die PB, welcher Politiker brauchte ihn?

Wenn die Bibliothek das Gedächtnis des Bundestags ist, ist das Archiv sein Geheimherz. Amtschef Günther Weller zieht im gleichen Tross mit nach Berlin, auch er hat eine wahre Odyssee hinter sich. Vom Zwischenbau 04, „Herbert Wehner war mein Nachbar“, wechselte er von einer unzulänglichen Adresse in die nächste, zwölf Regalkilometer Dokumente blieben auf ein halbes Dutzend Magazine verteilt. Zuletzt hat Weller genervt die avisierten Termine für den Berlin-Start verstreichen sehen: „’96, ’97, 2000, schließlich 2004“.

Ton mit Rauschen

Den Frankfurter Bub zog es zur Politik, nachdem er beim Schulausflug im Dienstwagen vom Onkel, Staatssekretär im Vertriebenen-Ministerium, durch Bonn chauffiert worden war. Jahrgang 1940, vertritt der Ministerialrat auf angenehme Weise die Generation Triumph-Adler, Modell „Monika“, um genau zu sein. Zum Skeptiker der Geschichte wird man wohl, wenn man die 50000-bändige Dokumentation aller Bundesgesetze samt Entwürfen und Protokollen zu hüten hat: Zurück bleibt ein Haufen Papier.

Zuständig für die Aktenlage der Nation, ist sein Amt in Wahrheit eine Zentralstelle für die Befindlichkeit des Hohen Hauses. Das Archiv schreibt die biografischen Daten sämtlicher 3184 Abgeordneter seit 1949 fort, erstellt die Lobby-Liste mit mittlerweile 1800 registrierten Verbänden. Bei Weller findet man, wie es anfing: Protokoll der ersten Bundestags-Sitzung am 7. September 1949, eingeleitet mit der Ouvertüre „Weihe des Hauses“ um „16 Uhr 05, Ende 18 Uhr 18 Minuten“. Im Bestand Debatten-Mitschnitte aus der Bonner Frühzeit, vier Millionen Meter Ton samt Rauschen. Weggeschlossen im Panzerschrank von Keller 17 die Dokumente des Immunitätsausschusses. Teilweise geheimes Material von 34 Untersuchungsausschüssen lagert in „altersbeständigen Kartons, Vollpappe chlorfrei gebleicht“, allein der UA zur DDR-Altlast „Kommerzielle Koordinierung“ produzierte 3907 Ordner Material. Weller geht nur noch kurz mit an die Spree und dann im Rheinischen in Rente, weshalb einen der Verdacht beschleicht, Bonn könne es gar nicht so schlecht getroffen haben ohne Politiker.

Sind die Bücher weg, übergibt der Bundestag sein Altes Hochhaus „besenrein“ an die Uno. „Einer macht das Licht aus“, erklärt der Umzugsbeauftragte, „das bin ich“.

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