Die Wegbegleiter : Gegen das System

SEIN RETTER



In Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sieht Lenzen seinen Rettungsring. Als der ehemalige Finanzsenator Thilo Sarrazin vor sechs Jahren eine Uni einsparen wollte, stand Lenzen bei Wowereit auf der Matte. Genauso, als der Ex-Wissenschaftssenator Thomas Flierl (Linke) mehr Demokratie an den Unis forderte und die Professorenmehrheit in den Gremien aushebeln wollte. Auch bei den jüngsten Hochschulverträgen trat Wowereit auf. Er lässt sich gern rufen, um auf Kosten anderer zu glänzen.

DIE INSPIRATIONSQUELLE

Mit Niklas Luhmann, dem bedeutenden Bielefelder Soziologen, hat Lenzen Buchprojekte betrieben und noch aus Luhmanns Nachlass Schriften herausgegeben. Lenzen hat den Soziologen oft besucht und mit ihm über das Erziehungswesen diskutiert, mit dem sich Luhmann im Rahmen seiner Systemtheorie immer wieder beschäftigt hat. Lenzen sagt, er verdanke Luhmann die Einsicht, „dass Systeme nicht aus Menschen, sondern aus Kommunikation bestehen“.

SEINE WIDERSACHER

Politisch links außen stehende FU-Studierende – eine kleine Minderheit, wie die Wahlen zum Asta zeigen – sehen in Lenzen ihren Feind. Er baue die FU zu einem Unternehmen um. Dazu passe seine Mitgliedschaft in der als neoliberal kritisierten Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. So stört ein „Dieter-Fan-Club“ regelmäßig Immatrikulationsfeiern. Während des „Bildungsstreiks“ im Juni wurde das Präsidialamt der FU von Studierenden demoliert. Unlängst traten Studierende im Akademischen Senat der FU so bedrohlich auf, dass Lenzen die Sitzung abbrach.

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