Zeitung Heute : Die Zeichen standen auf Sturm

Der Tagesspiegel

Der erste Vorbote des Orkans brach bereits am Nachmittag über die Stadt herein: mit dunklen Wolken, Blitz, Regen, Hagel - und anschließendem Sonnenschein. Doch nach der Vorhersage der Meteorologen stand am Abend und in der Nacht Schlimmes bevor: ein Unwetter, das mit Böen der Stärke 12 über Berlin fegen sollte. „Dieser Orkan ist einer der fettesten Sorte“, befand Meteorologe Jörg Kachelmann.

Am Nachmittag hatte der Sturm Norddeutschland erreicht. Auf der Nordseeinsel Borkum wurden Windgeschwindigkeiten von 170 Stundenkilometern gemessen, auf Baltrum 157 Stundenkilometer. Von Norddeutschland aus sollte der Sturm weiter nach Ostdeutschland ziehen. Die Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes für Berlin und Brandenburg gilt bis Mittwochmorgen. Laut Meteorologen sollen die Orkanböen aber bereits in der zweiten Nachthälfte nachlassen.

Der Wetterdienst Meteomedia jedenfalls hat der Berliner Feuerwehr und Polizei einen arbeitsreichen Dienstagabend prophezeit. „Die Spitzenböen werden kommen, treffen und sicherlich vereinzelt Schäden anrichten.“ Bereits nach der ersten Sturmböe am Nachmittag meldete der Lagedienst der Polizei entwurzelte Bä ume. Auch einige Ziegel hatte der Wind von den Dächern gerissen. Ein auf die Gleise gestürztes Baugerüst legte den Verkehr zwischen den Bahnhöfen Zoologischer Garten und Charlottenburg lahm. Auch auf der Strecke S9 wurde der Verkehr ab Treptower Park in Richtung Westkreuz unterbrochen. kf

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