Zeitung Heute : Dienstleistung besser managen TÜV Akademie startet neue Weiterbildung

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Das Management und die Entwicklung von Dienstleistungen wird für Unternehmen immer wichtiger. Das gilt besonders für eine Stadt wie Berlin, in der über 80 Prozent der Beschäftigten im Dienstleistungssektor tätig sind. Vor diesem Hintergrund stellte die TÜV Akademie vergangene Woche ihre neue Weiterbildung „Dienstleistungsmanager/in in KMU“ vor, die Anfang kommenden Jahres in der Hauptstadt starten soll, zunächst als einjähriges Pilotprojekt.

Die Qualifizierung richtet sich an Mitarbeiter kleiner und mittelständischer Unternehmen sowie selbstständige Unternehmensberater aus Berlin. Denn nicht nur für Großkonzerne, auch für die so genannten KMU’s ist ein gutes Dienstleistungsmanagement wichtig. „Das gilt neben klassischen Dienstleistungsunternehmen auch für viele andere Betriebe“, sagt Carmen Giese von der TÜV Akademie, „zum Beispiel für Industriezulieferer. Auch sie müssen sich in Zukunft nicht mehr nur als Produzenten, sondern auch als Servicedienstleister begreifen.“

Das nötige Rüstzeug soll nun die TÜV-Weiterbildung vermitteln, für die noch Teilnehmer gesucht werden. Sie findet berufsbegleitend statt und beinhaltet 30 Tage Unterricht verteilt auf ein Jahr. Der Fokus wird vor allem auf der praktischen Arbeit liegen: So sollen die Teilnehmer gezielt Dienstleistungen für ihr Unternehmen entwickeln und optimieren. Unterstützt werden sie durch individuelles Coaching. Die Weiterbildung schließt mit einem Personalzertifikat der TÜV Akademie.

Das Pilotprojekt soll zunächst mit 15 Teilnehmern aus Berliner Unternehmen starten. „Die Kosten liegen mit 1500 Euro pro Person zuzüglich 500 Euro für die Abschlussprüfung weit unter dem Marktpreis“, sagt Carmen Giese. Möglich macht das eine Förderung durch den Europäischen Sozialfond (ESF) und die Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Wirtschaft und Frauen.

Um die Inhalte der Weiterbildung möglichst praxisnah zu gestalten wurden im Vorfeld 23 Berliner Unternehmen befragt. Dabei stellte sich heraus: Über die Hälfte der Betriebe haben kein systematisches Dienstleistungsmanagement. „Sie entscheiden bei jedem anstehenden Projekt aufs Neue, welche Aufgaben zu erledigen sind“, berichtet Melanie Kratzer vom Dienstleistungsentwickler Adjuta GmbH, einem der Partner des Projekts. Das kostet Zeit, die man besser anders investieren sollte, meint Jacqueline Hein vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW), der sich ebenfalls an dem Vorhaben beteiligt. „Ein Unternehmer sollte in erster Linie die Anforderungen des Marktes im Auge haben und sich nicht permanent um innerbetriebliche Strukturen kümmern müssen.“Tsp

Interessierte Unternehmen können sich unter Tel. 030/43 66 32 22 an die TÜV Akademie wenden oder sich im Internet informieren (www.tuev-dlm.de).

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