Zeitung Heute : DIE UNGELIEBTE

Birgit Homburger, Fraktionschefin



Wenn es um Birgit Homburger geht, legt sogar die bürgerliche „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ alle Zurückhaltung ab. Man wolle die FDP-Fraktionsvorsitzende schlicht nicht mehr sehen, kommentierte ein Herausgeber des Blattes nach einer ihrer Reden im Bundestag. Damit traf er auch die Stimmungslage in weiten Teilen der liberalen Partei und Fraktion, die seit dem Wahldesaster im Südwesten für die Politikerin nicht besser geworden ist. Die einen werfen ihr Willfährigkeit gegenüber Westerwelle und der Union vor und vermissen bei ihr Kampfgeist für ein hartes liberales Profil. Die anderen nehmen Anstoß an ihren oft schrillen, holzschnittartigen Reden. Dabei ist die 45-jährige Parteichefin der Südwest-FDP dem Außenminister längst nicht mehr so stark verbunden, wie es den Anschein hat. Als Gewinn für die eigene Partei gilt sie trotzdem nicht. Allerdings ist der Heimatverband Homburgers in der FDP ein Machtfaktor von hohem Gewicht – auch nach dem schlechten Landtagswahl-Ergebnis vom Sonntag. Gegenüber der Bundestagswahl hatten die Liberalen rund 13 Prozentpunkte verloren. Dazu kommt: Zwar sind viele Abgeordnete unzufrieden mit der Leistung der Fraktionsvorsitzenden. Doch ein gleichsam natürlicher Nachfolger steht nicht bereit. Gegen einen Wechsel von Generalsekretär Lindner an die Fraktionsspitze würden viele der Parlamentarier aufbegehren. Zu unerfahren im parlamentarischen Betrieb und in politischer Taktik ist der 32-jährige Politiker. Homburgers politische Zukunft ist deshalb völlig offen. hmt

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