Zeitung Heute : Digel gibt seinen Istaf-Posten auf

Der Tagesspiegel

Berlin (fmb/jöwe). Helmut Digel ist ein erfahrener Funktionär. Er war lange Jahre Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, er ist Vizepräsident des Weltleichtathletik-Verbandes IAAF, und im Sommer 2001 rückte er in den Aufsichtsrat der Internationalen Stadionfest GmbH ein. Digel hatte dort eine Sonderrolle: als Ruhepol. Die Istaf-GmbH-Gesellschaftervereine SCC, OSC und BSC waren heillos zerstritten. Doch Digel ist gescheitert. Er trat mit sofortiger Wirkung als Aufsichtsrat zurück. Sein Kommentar: „Ich will für die Neuformierung des Istaf alle Wege freimachen. Die neuen Istaf-Verantwortlichen sollen ihren Aufsichtsrat neu bestimmen.“ Digl macht sich zudem stark für eine neue Istaf-Crew: „Ein Personalaustausch ist unverzichtbar.“

Überraschend kommt sein Rücktritt nicht. Istaf-GmbH-Insolvenz, gefälschtes Fax und unüberlegte Äußerungen von Istaf-Meetingdirektor Stéphane Franke unmittelbar vor der Vergabe der WM 2005, das waren nur die letzten Punkte einer langen Mängelliste. Digel hatte schon früher intern verärgert erklärt, der Aufsichtsrat werde bei wichtigen Punkten übergangen. Die Kritik zielte vor allem auf GmbH-Geschäftsführer Jürgen Demmel. Der hatte dem Aufsichtsrat trotz Drängens sehr spät Zahlen über die finanzielle Situation mitgeteilt. Zudem wusste Digel bis vor kurzem nicht, dass noch immer Sportlergagen vom Istaf 2001 ausstehen.

Derweil geht die Suche nach dem Autor des gefälschten Istaf-Faxes weiter. Ein Insider hatte dem Psychologen Hartwig Marx gestanden, er habe aus Rache einen Rundumschlag gegen Berliner Politik und Wirtschaft geführt und das Fax nach Nairobi geschickt. Jetzt müssen alle Istaf-Mitarbeiter erklären, ob sie einen Schlüssel zur Geschäftsstelle haben. Dort wurde das Fax abgeschickt.

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