Zeitung Heute : Diplomatische Irrungen und Wirrungen

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1973 kam der sowjetische Staats und Parteichef Leonid Breschnew in die Bundesrepublik. In Bonn schenkte ihm Willy Brandt zu seiner großen Freude einen nagelneuen Mercedes-Sportwagen, den Breschnew unmittelbar nach der Schlüsselübergabe am Petersberg zu Schrott fuhr.

ENGLAND – USA

Tausende von Polizisten, Hunderte US-Agenten, Scharfschützen auf den Dächern und Straßensperren konnten im Jahr 2003 nicht verhindern, dass sich ein Mann mit gefälschten Papieren kurz vor dem Bush-Besuch in England in den Buckingham Palast einschleichen konnte. „Wenn ich ein Terrorist gewesen wäre mit der Absicht, die Queen oder Bush umzubringen, hätte ich dies mit Leichtigkeit tun können“, schrieb der 26-jährige alte Reporter Ryan Perry im „Daily Mirror“. Perry konnte sich im Vorfeld des Staatsbesuchs, mit einem gefälschten Zeugnis, eine Anstellung als Diener im Palast verschaffen.

DEUTSCHLAND – HOLLAND

Hape Kerkeling konnte sich – perfekt getarnt als Königin Beatrix der Niederlande – 1991 beinahe Zugang zum „ lekker Mittagessen “ beim Bundespräsidenten verschaffen. Die echte Königin war not amused.

USA – DEUTSCHLAND

Deutschlands damaliger Verteidigungsminister Rudolf Scharping ist 2002 bei einem Zwischenfall mit einer Sicherheitsbarriere auf dem Gelände des US-Verteidigungsministeriums in Washington leicht verletzt worden. Scharpings Auto passierte gerade einen Kontrollposten, als eine im Boden versenkte Stahlbarriere plötzlich aus der Verankerung riss und emporschnellte. Die Sicherheitsbarriere traf die Unterseite des Autos und hob es an. Der Minister stieg aus dem Auto und legte sich erst einmal auf den Boden. US-Verteidigungsminister William Cohen, der auf den Stufen des Pentagons auf seinen Gast gewartet hatte, eilte sofort zu Scharping. Der SPD-Politiker wurde in Cohens Büro gebracht und von einem Militärarzt untersucht. Danach wurde er zu einer weiteren Untersuchung in eine Klinik gebracht. Scharping hatte mehrere Platzwunden erlitten, seine Brille war zerbrachochen.

BRASILIEN – DEUTSCHLAND

„Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt…“: Die Kapelle der Polizeiakadamie von Porto Alegre schmetterte 1995 die DDR-Hymne zur Begrüßung des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog. Die Protokollbeamten, die Diplomaten, der ganze Tross aus Bonn – alle erstarrten. Ein Scherz, ein Affront, eine hinterhältige Tat? Nein, in der tiefen Provinz von Brasilien spielte man nach alten Noten, und die Wiedervereinigung hatten manche noch nicht mitbekommen.

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