Zeitung Heute : DOKUMENTARFILM

Das Schiff des Torjägers

Michael Pöppl

Ein Ruf der Empörung ging durch alle Medien, als die „Etireno“ im April 2001 vor der Küste Westafrikas mit angeblich Hunderten von Kindersklaven an Bord aufgebracht wurde. Das Schiff gehörte der Familie des Wolfsburger Torjägers Jonathan Akpoborie. So entließ der Verein seinen Stürmer, der stets beteuerte, mit der Affäre nichts zu tun zu haben. Die Filmemacherin Heidi Specogna sucht nun die Wahrheit. Sie spricht mit Akpoborie und seiner Familie in Nigeria, mit Adakou aus Togo und Nouman aus Benin, die sich mit 43 anderen Kindern an Bord befanden. So entstehen Erzählstränge, die sich klug ineinander verschlingen. Sie berichten von den Träumen afrikanischer Fußballspieler, von der Armut, die Eltern dazu treibt, ihre Kinder in die Fremde zu schicken – und von einem Schiff, das den Teufelskreis der Hoffnungslosigkeit zu brechen versuchte. Gut.

Michael Pöppl

D 2010, 94 Min.,

R: Heidi Specogna

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