Zeitung Heute : DOKUMENTARFILM

Whore’s Glory – Ein Triptychon

Michael Meyns

Ungewöhnlich und doch konsequent, dass Michael Glawogger seine Trilogie der Arbeit mit einem Blick auf Prostitution beschließt. Denn seine Sicht auf die käufliche Liebe ist nicht von Klischees geprägt, sondern betrachtet die Prostitution als normale Arbeit. Als solche steht sie in direkter Linie zu den in „Workingman’s Death“ und „Megacities“ gezeigten Lebensumständen – inklusive Momenten der Ausbeutung, des Zwangs, aber auch leichter Szenen, in denen kein Unterschied zwischen nach der Arbeit plaudernden Prostituierten und anderen Frauen besteht. In Thailand, Bangladesch und Mexiko entstanden die drei Segmente, die Glawogger durch die Struktur des Films und die Betonung der jeweiligen Religion zu einem Triptychon formt. Dass er es schafft, trotz seiner typischen farbgesättigten Bilder eine Verklärung zu vermeiden, ist die größte Stärke des Films. Sehenswert. Michael Meyns

A/D 2011, 118 Min.,

R: Michael Glawogger

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