Zeitung Heute : DOKUMENTARFILM

Die Höhle der vergessenen Träume

Nach Wenders „Pina“ kommt jetzt ein anderer Altrecke des deutschen Jungfilms mit seinem 3-D-Debüt ins Kino. Und wie der Kollege hat auch Werner Herzog sich mit der Höhle von Chauvet ein Sujet ausgeguckt, bei dem das Dreidimensionale integraler Bestandteil der Botschaft ist. Denn die mit Kreide und Lehm an die kurvigen Felsformationen im Dunkel gemalten altsteinzeitlichen Büffel, Berglöwen und Pferde kommen erst mit Flackerlicht im bewegten Raum zum Leben. Waren sie, so Herzogs These, wirklich eine frühe Vorform des Kinos? Dass wir uns davon jetzt selbst ein Bild machen können, ist ein großes Glück. Denn der Öffentlichkeit ist der Ort verschlossen, selbst Herzog hat sich nur mühevoll die Erlaubnis erstritten, in der erst 1994 entdeckten Höhle mit kleinem Team zu drehen. Nur auf die penetrante Dauermusik hätte man fürs Publikumswohl besser verzichtet. Erhellend. Silvia Hallensleben

F//CDN/USA 2010, 95 Min., Regie: Werner Herzog

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