Zeitung Heute : DOKUMENTARFILM

John Irving und wie er die Welt sah.

Das ist also „the world according to John Irving“: Man schaut Menschen zu, fragt sie aus, geht mit dem Hund spazieren, fährt zu Recherchezwecken mit Ehefrau in pittoreske europäische Hauptstädte und schreibt alles auf. Irvings Romane, angefangen mit „Hotel New Hampshire“ und „Garp und wie er die Welt sah“, sind Bestseller, der Mann aus Toronto ist ein offener, fleißiger Künstler, der in André Schäfers Dokumentation klar über Inhalt und Arbeitsrituale spricht. Doch der Film plätschert, untermalt von Klaviergeklimper, allzu behäbig dahin: Ist nicht ohnehin bekannt, dass Irvings Themen (Wrestling, Sexwork, Europa, Kinder ohne Eltern) eigenen Erfahrungen entsprechen, und ist es wirklich erzählenswert, wer die Originale waren, die ihn inspirierten? Über die Verfilmungen verliert Irving keine Silbe. So bleibt seine Welt ziemlich oberflächlich.Jenni Zylka

D 2012, 96 Min., R: André Schäfer

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