Zeitung Heute : DOKUMENTARFILM

Abschied von den Fröschen.

Und dann gelingt es ihm doch. Nach mehreren Versuchen hat er die Kamera zur rechten Zeit bereit. Genau in dem Moment, als der Vogel sich die Kirsche vom Baum klaut. Ein kleiner Triumph, der große mag nicht mehr gelingen: Ulrich Schamoni, einst ein Vertreter des Neuen Deutschen Films („Es“), später Radiomacher, ist schon schwer an Leukämie erkrankt, als er sein Videotagebuch beginnt. Die 170 Stunden, die er nach dem Tod hinterlässt, hat Tochter Ulrike Schamoni verarbeitet. Herausgekommen ist ein filmisches Testament der besonderen Art: Statt mit den großen Fragen des Lebens beschäftigt sich Ulrich Schamoni mit den kleinen Tieren in seinem Garten in Berlin-Grunewald. Der Film voller Vögel, Schnecken und Frösche widerspricht jeder Erwartungshaltung – und entspricht damit ganz dem widerspenstigen Regisseur, der Schamoni einmal war. Anrührend.

Verena Friederike Hasel

D 2012, 92 Min., R: Ulrike

Schamoni

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