Zeitung Heute : DOKUMENTARFILM

Vergiss mein nicht.

Seine Mutter nennt der junge Mann freundschaftlich Gretel: Wir sind im Gebiet offener Familienbeziehungen vor akademischem Hintergrund in liebevoll eingerichteten Räumen. Doch viel vom Leben seiner Eltern weiß David nicht. Das ändert sich erst, als er für eine Weile ins Elternhaus zurückkommt, um dem pflegenden Vater eine Auszeit zu ermöglichen. Denn Gretel hat seit einigen Jahren Alzheimer. Für David sind die Wochen mit der dementen Mutter eine ebenso anstrengende wie bereichernde Zeit, die neue Gefühle weckt und ihn in bisher unbekannte Gefilde der politischen und persönlichen Vergangenheit seiner Eltern führt. David Sievekings mehrfach ausgezeichneter Dokumentarfilm ist familiäre Existenzvergewisserung und zärtliche Abschiedsgeste in einem. Störend ist nur ein leichtes narzisstisches Grundrauschen. Melancholisch.

Silvia Hallensleben

D 2012, 92 Min., R: David Sieveking

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