Zeitung Heute : DOKUMENTARFILM

Fremd.

Michael Meyns

Nicht erst seit Mali Kriegsgebiet ist, machen sich tausende Afrikaner auf den Weg nach Europa, um dort ein besseres Leben zu finden. Einer dieser Flüchtlinge ist Mohammed, von Mali macht er sich auf den Weg nach Algerien und Marokko, wo er versucht, per Boot nach Spanien zu kommen. Auf diesem Weg hat ihn die Dokumentarfilmerin Miriam Fassbender begleitet. Phasenweise hat die Regisseurin Mohammed selbst eine Kamera in die Hand gedrückt, damit er die Versuche, Grenzen zu überwinden, filmt. Die Qualität von „Fremd“ liegt in der Geduld, mit der er die Flüchtlinge beobachtet, ihren Alltag aufzeigt, den Aggressionen und Entbehrungen, denen sie in den Durchgangsländern ausgesetzt sind. Wenn man den bescheidenen Mohammed beim Erbetteln von Brot sieht, bekommt man einen schmerzhaften Eindruck davon, wie groß die Hoffnung auf Europa trotz allem ist. Bewegend. Michael Meyns

D 2011, 92 Min., R: Miriam Fassbender

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