Zeitung Heute : DOKUMENTARFILM

The Act of Killing.

Susanne Stern

Einen Dokumentarfilm wie diesen gab es noch nie: Mitglieder einer Todesschwadron reden offen von ihren Taten und spielen sie für die Kamera nach. Bei Recherchen in Indonesien stieß Regisseur Joshua Oppenheimer auf den Genozid von 1965/66, bei dem etwa eine Million Menschen umgebracht wurden. Die Mörder von damals sind heute die Elite der Gesellschaft. Einige von ihnen sind die Protagonisten dieses Films. Oppenheimer hat den Männern beim Dreh die Freiheit gelassen, sich selbst zu inszenieren. Wir sehen schwer erträgliche Angeberei, Albernheiten und nachgespielte Szenen des Grauens. Schließlich spielen die Täter die Opfer, und das Unvorstellbare passiert: Welt- und Selbstbilder geraten ins Wanken. Oppenheimer hat über Jahre eine Situation zwischen Kunst, Therapie und Aufklärung geschaffen, die zur Enthüllung furchtbarer Wahrheiten führt. Erstaunlich. Susanne Stern

DK/N/GB 2012, 115 Min.,

R: Joshua Oppenheimer

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