Zeitung Heute : DOKUMENTATION Die Stille der Unschuld – Der Künstler Gottfried Helnwein

Martin Spieß

Der Maler Gottfried Helnwein zeigt in seinen Bildern die Gewalt als das, was sie ist: abartig. Widerlich. Zerstörerisch. Die Regisseurin Claudia Schmid hat Helnwein zwei Jahre mit der Kamera begleitet, ihm bei seiner Arbeit zugesehen und ihn davon erzählen lassen. Sie folgt ihm in sein Schloss und Atelier im irischen Tipperary und in sein Atelier in Downtown, L. A. Entstanden ist dabei ein eindrucksvolles Porträt des Malers, der mit Bildern von misshandelten, missgestalteten und blutüberströmten Kindern bekannt geworden ist. Was den Film so interessant macht, ist seine unglaubliche Stille. Die ruhige, beinahe regungslose Kamera Susu Grunenbergs zeigt Helnwein arbeitend, aus dem Off nur seine Stimme, es ist wie bei einer Unterhaltung: Je leiser das Gegenüber spricht, desto aufmerksamer hört man ihm zu. Intensiv. Martin Spieß

„Die Stille der Unschuld“,

D 2009, 116 Min., R: Claudia Schmid

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