Zeitung Heute : DOKUMENTATION Harlan – Im Schatten von

Jud Süss

Frank Noack

Veit Harlan, Regisseur des Hetzfilms „Jud Süß“, war dreimal verheiratet und hatte fünf Kinder. Seine erste Frau starb in Auschwitz, seine beiden Töchter heirateten die Söhne ermordeter Juden und seine Nichte ist die Witwe von Stanley Kubrick. Felix Moeller interessiert sich für die ambivalenten Gefühle der Angehörigen, von denen er 13 zu Interviews überreden konnte. Er versucht auch, anhand von Filmausschnitten dem Künstler Harlan gerecht zu werden: dem Nazi- Propagandisten, dem Mystiker, dem Surrealisten und dem Sadisten, der seine Frau und bevorzugte Hauptdarstellerin Kristina Söderbaum wiederholt ins kalte Wasser gejagt hat. Es ist eine Stärke des Films, dass er auf einfache Erklärungen verzichtet. Ein Manko ist die Laufzeit: 100 Minuten erlauben bei den vielen angesprochenen Themen keine Vertiefung. Hervorragend recherchiert. Frank Noack

„Harlan“, D 2009, 99 Min.,

R: Felix Moeller

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