Zeitung Heute : DOKUMENTATION Und wenn sie nicht gestorben sind – dann leben sie noch heute

Kerstin Decker

Die unendliche Geschichte der „Kinder von Golzow“, die älteste Langzeitdokumentation der Filmgeschichte, ist zuende. Im Grunde ist Regisseur Winfried Junge schon selbst ein Golzower geworden. 1961, keine zwei Wochen nach dem Mauerbau, stand er erstmals an diesem Ort und schaute zu, wie eine 1. Klasse zur Schule kam – um sie nicht mehr aus den Augen zu verlieren. Die beiden letzten Teile zeigen jene Golzower, die schon als Kinder lieber im Hintergrund blieben. Eckhard und Bernhard zum Beispiel. Beide Maschinenschlosser und befreundet bis heute. Oder Karin, die Besamungstechnikerin, die selbst ausgewachsene Eber dazu brachte, sich mit einer Metallröhre fortzupflanzen. Junges Filme – das macht ihre Faszination für Geduldige aus – sind zuletzt Porträts des Schicksals selbst. Eindrucksvoll. Kerstin Decker

„Und wenn sie nicht gestorben sind ...“, D 2008, 290 Min., R: Winfried und Barbara Junge

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben