Zeitung Heute : DOKUMENTATION

Herr Vig und die Nonne

Lydia Brakebusch

Herr Vig ist 82 Jahre alt. Er hat einen Plan, der die letzten 40 Jahren seines Lebens ausgefüllt hat: Das ruinöse Heim des Theologen soll zum russisch-orthodoxen Kloster werden. Tatsächlich schickt das Moskauer Patriarchat eine Delegation von Nonnen, um die Tauglichkeit des Gebäudes zu prüfen – allen voran die selbstbewusste Schwester Amvrosya. Pernille Rose Gronkjaer begleitet Mr.Vig als stille Beobachterin – auch bei seinen Sisyphos-Arbeiten im Haus, was streckenweise etwas ermüdend wirkt. Im Dialog mit seinen Mitmenschen aber offenbart der Griesgram auch verletzliche Seiten seines Wesens wie seine in der Abneigung gegen Nasen begründete Unfähigkeit zu lieben. So wird er durch die Nonne zur Selbstreflexion angeregt und entwickelt eine unfreiwillige Komik, die rührend, aber nie lächerlich wirkt. Mal lustig, mal langatmig. Lydia Brakebusch

„Herr Vig und die Nonne“,

DK 2006, 84 Min., R: Pernille Rose Gronkjaer

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