Zeitung Heute : DOKUMENTATION

Five Sex Rooms und eine Küche

Kerstin Roose

Liebe ist Arbeit. Für Tara, Tina, Nadine und Cindy im wahrsten Sinn des Wortes. In einem Appartement irgendwo in Deutschland verdienen sie ihren Lebensunterhalt ganz pragmatisch mit Prostitution. Ihr Motto: Ficken für Geld, ist doch nichts dabei. Dass jemand seinen Körper so gleichmütig zur Ware macht, ist schwer vorstellbar. Um so befremdlicher ist es, dass Regisseurin Eva C. Heldmann diese Einstellung nicht näher hinterfragt und die persönlichen Hintergründe der Frauen nahezu ausblendet. Filmisches Problem dabei: Wo das Geschäft mit der Lust einzig aus einer Viel-Lärm-um- nichts-Perspektive beleuchtet wird, gibt es nicht viel zu erzählen. Der Versuch, Bordellalltag und nüchterne Routine in redundante, langatmige Bilder zu übersetzen, ist nicht nur inhaltlich dünn, sondern dann auch noch ästhetisch zu ambitioniert. Vergebliche Liebesmüh. Kerstin Roose

„Five Sex Rooms und eine

Küche“, D 2007, 80 Min., R: Eva C. Heldmann

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