Zeitung Heute : DOKUMENTATION

Günter Wallraff: Schwarz auf Weiß

Lydia Brakebusch

„Der war so was von schwarz! Ganz schwarz! Ganz schlimm!“ Nachdem Günter Wallraff in seiner Ganzkörpermaske eine Wohnung besichtigt hat, beklagt sich die Vermieterin beim nächsten Bewerber. Der gehört zum Filmteam, und die versteckte Kamera zeichnet auf, wie sich die alte Dame um Kopf und Kragen redet. Dies sind die starken Szenen der Doku über Wallraffs neuen Undercover-Streich. Es läuft einem kalt den Rücken herunter, als Günter Wallraff alias „Kwami“ unter besoffenen Dynamo-Dresden-Fans in der S-Bahn steht. Immer mehr steigert sich der Hass der Jugendlichen. Andere Szenen wirken gezwungen: Wenn sich Kwami an einem Biertisch ganz dicht neben zwei Frauen setzt oder sich einer Senioren-Wandergruppe an die Fersen heftet, wirkt die Ablehnung programmiert. Ernüchternd. Lydia Brakebusch

„Günter Wallraff: Schwarz auf Weiß“, D 2009, 86 Min., R: Pagonis Pagonakis und Susanne Jäger

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