Zeitung Heute : DOKUMENTATION

Long Distance Love

Annett Scheffel

Die weite Strecke im Titel – das sind 3500 Kilometer, die Alisher Sultanov von seiner Familie in Osch trennt. Der junge Kirgise ist wegen Arbeitslosigkeit nach Moskau gegangen, um seine Eltern und Dildora, seine schwangere Frau, zu unterstützen. Das Migrantenleben in der Ferne ist hart für den sensiblen Mann. Und auch der erhoffte goldene Topf am Ende des Regenbogens lässt sich mit dem unterbezahlten Baustellenjob nicht finden. Mit ruhigen Bildern und einem einfühlsamen Blick für Details erzählt die Dokumentation eine Geschichte aus einem vergessenen Teil der Welt: „Laut russischem Einwandereramt beträgt die Zahl der Gastarbeiter zwölf bis 15 Millionen. Die meisten sind aus Zentralasien“, sagt eine Fernseh-Sprecherin im Film. Alle Facetten werden gezeigt: von der Brutalität des Überlebenskampfes bis hin zu menschlichen Schwächen. Sensibel. Annett Scheffel

„Long Distance Love“, S 2009, 77 Min., R: Magnus Gertten, Elin Jönsson

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