Zeitung Heute : DOKUMENTATION

Kapitalismus – Eine Liebesgeschichte

Nadine Lange

Michael Moore (Foto) macht Markenprodukte. Das führt dazu, dass er mit seinem neuen Film ein System angreift, nach dessen Regeln er selbst ganz passabel spielt. Darüber reflektiert er nicht, schließlich gilt es ein weiteres Mal einen wilden Mix aus Fakten, Übertreibung und Aktionstheater zusammenzurühren – seine Markenzeichen eben. Wie immer deckt er dabei schier Unfassbares auf, wie etwa den Skandal, dass in den USA Firmen heimlich Sterbe-Versicherungen für ihre Mitarbeiter abschließen können. Stirbt der Angestellte – je früher desto besser –, wird kassiert. Wie er die Hintergründe des Senatsbeschlusses zum großen Rettungspaket schildert, ist solider Journalismus. Leider schweift Moore aber auch oft ab oder nervt mit Schlampereien, etwa wenn er so tut, als sei es unmöglich zu erklären, was Derivate sind. Die bessere Dokumentation zum Thema ist „Let’s make money“. Durchwachsen. Nadine Lange

„Kapitalismus – Eine Liebesgeschichte“, USA 2009, 127 Min.,

R: Michael Moore

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