Zeitung Heute : DOKUMENTATION

New York Memories

Kaum eine Metropole ist so intensiv von Filmemachern erforscht worden wie New York. Wie soll ausgerechnet ein Deutscher den Eindrücken etwas hinzufügen, die uns Woody Allen und Martin Scorsese vermittelt haben? Rosa von Praunheim bleibt nahe an seinen Figuren: Anna, die Go-go-Tänzerin und Gestalttherapeutin, und Claudia, die Journalistin, kennt man aus seinem Überraschungserfolg „Überleben in New York“ (1989). Ein Gewinn für diese neue Dokumentation ist Isaac, ein transidentischer Teenager. Was diese drei zu erzählen haben, ist anregend, allerdings stellt sich die Frage, was an den Problemen typisch für New York sein soll. Anstieg der Mieten, ein unsicherer Arbeitsplatz, Gewalt – das gibt es auch in London oder Moskau. Praunheims Film ist am besten, wenn er sich aufs Private konzentriert. Mit der politischen Bestandsaufnahme übernimmt er sich. Interessant. Frank Noack

D 2010, 92 Min., R: Rosa von Praunheim

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