Dr. WEWETZER : Acht Regeln des Erfolgs

fahndet nach guten Nachrichten für Körper und Geist. Heute: Wie einem etwas im Leben gelingt

Hartmut Wewetzer

Gibt es ein Geheimnis des Erfolgs? Diese Frage mag zunächst nicht nach Medizin klingen. Und doch ist Erfolg eine Arznei: Wer es nach oben schafft, dem geht es auf lange Sicht geistig und körperlich besser. Der amerikanische Werbefachmann Richard St. John hat erfolgreiche Menschen interviewt und dabei acht Faktoren gefunden, die für ihr Fortkommen entscheidend waren. Hier sind sie:

Leidenschaft. Die wichtigste Tugend, um eines Tages Erfolg zu haben. Manche wissen mit zehn, dass sie Hirnchirurg oder Architekt werden wollen, andere finden auf Umwegen zu ihrer Passion. Wer einen langweiligen Beruf hat, sollte in seiner Freizeit seiner Leidenschaft frönen. So wie Albert Einstein, der im Patentamt arbeitete und nebenbei das Weltbild der Physik auf den Kopf stellte.

Arbeit. Erfolg ist zehn Prozent Inspiration und 90 Prozent Transpiration. Talent wird über-, Arbeit unterschätzt. Wer mit ganzem Herzen dabei ist, dem geht es wie dem Erfinder Edison: „Ich habe keinen Tag in meinem Leben gearbeitet – es war das reine Vergnügen.“

Konzentration. Die Katze, die drei Mäuse auf einmal fangen will, fängt keine! Man muss sich einen Brennpunkt in seinem Leben suchen. Zudem darf man sich nicht ablenken lassen. Denken Sie an den Golfspieler Tiger Woods. Er muss sich auf seinen Schlag konzentrieren. Auch wenn ihm vom Geschrei seiner Anhänger die Ohren klingeln.

Sich fordern. Auch erfolgreiche Menschen haben Selbstzweifel und sind nicht selten schüchtern oder, zumindest am Anfang, in sich gekehrt. Das hilft, um etwas in der Tiefe zu verstehen und zu durchdringen. Doch man sollte sich zwingen, die Schüchternheit zu überwinden.

Ideen. Oft sind es Alltagsprobleme, die Aha-Momente bescheren. Der britische Unternehmer Richard Branson, dessen Flug abgesagt wurde, kam auf die Idee, selbst eine Fluggesellschaft namens Virgin Airways zu gründen (zugegeben, nicht jeder hat das nötige Kleingeld dafür). Wer auf Geistesblitze hofft, sollte genau beobachten, zuhören und sich nicht scheuen, Fehler zu machen.

Besser werden. Das heißt nicht nur, dass man sich stets bemüht, das Beste zu geben. Es bedeutet auch, dass man sich auf seine Stärken konzentrieren sollte.

Anderen dienen. Erfolg hat nur, wer anderen Menschen das gibt, was sie brauchen oder wollen. Dazu gehört auch, sich in andere hineinzuversetzen, sich für sie krumm zu legen und sich selbst nicht so wichtig zu nehmen.

Hartnäckig sein. Wer nach oben will, braucht einen langen Atem und zehn Jahre Zeit. Nichts geschieht über Nacht. Rückschläge müssen verdaut, Kritik, Zurückweisung, Feindseligkeit und Vorurteile verkraftet werden.

Klingt alles sehr amerikanisch, nach dem Motto: „Du kannst es schaffen, wenn du nur willst.“ Zudem hat der Autor der acht Regeln nur Gewinner, nicht Verlierer gefragt. Aber so ganz Unrecht hat Richard St. John, selbst Millionär, nicht. Für seinen Erfolg kann man etwas tun – und damit für seine Gesundheit.

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