Zeitung Heute : Drahtlos ans Netz

Bunt, durchsichtig und billiger als bisher soll es werden, das neue Notebook von Apple. Das "iBook" getaufte Gerät sei vor allem für den Einsatz daheim und in der Schule entwickelt worden, sagte Apple-Chef Steve Jobs auf der MacWorld Expo in New York. Mit dem Rechner will der kalifornische Computerhersteller an den Erfolg seiner iMac-Rechner anknüpfen.Das i in iBook steht ebenso wie bei dem vor knapp einem Jahr vorgestellten Tischrechner iMac für Internet. Als Zusatzausrüstung gibt es für das iBook die Möglichkeit einer drahtlosen Internet-Verbindung. Dazu wird eine spezielle Karte eingebaut und eine kleine Basisstation aufgestellt, mit der sich bis zu zehn iBooks drahtlos verbinden lassen - ideal für Schulklassen oder kleinere Unternehmen. Der Anschluß ans Internet wird dann entweder über eine Modemverbindung mit 56 Kilobit pro Sekunde (Kbps) oder über den Ethernet-Standard mit einer Geschwindigkeit bis 11 Mbps aufgebaut. In Deutschland soll das Gerät ab September zu einem Preis von etwa 3800 Mark in den Handel kommen. Vorab wird der "iMac zum Mitnehmen" nur auf der Apple Expo in Paris zu sehen sein.Mit dem Notebook für den privaten Gebrauch will Apple einen bisher vernachlässigten Markt erschließen. Bisher werden die meisten mobilen Rechner in Unternehmen eingesetzt, von Managern oder Außendienstmitarbeitern. Der wiederholt vorhergesagte Preisrutsch ist bisher nicht in dem erwarteten Maße eingetreten; bei Apple ist das aktuelle PowerBook G3 zu Preisen ab 5800 Mark im Handel, während der iMac für den Schreibtisch rund 2500 Mark kostet.Den Wiedereinstieg in den Markt für Heim-PCs sieht das Unternehmen aus Cupertino als Glücksgriff: Der von Jobs vorangetriebene bunte Design-Computer iMac verkaufte sich seit der Vorstellung vor einem Jahr knapp zwei Millionen mal. Der iMac sei schon zu einem allgegenwärtigen Bestandteil der Kultur in Amerika geworden, so Jobs. Nüchterner betrachten Marktexperten wie Bob Finch von der US-Investmentfirma Aeltus Investment Management den Schritt in den Massenmarkt. "Apple brauchte dieses Produkt psychologisch. Es stellt die Firmenstrategie, die lange Zeit nur auf den teuren Profigeräten fußte, nun auf vier Beine", meint der Analyst.In Deutschland erlebte der iMac zwar nicht einen so spektakulären Verkaufserfolg wie in den USA: Im ersten Quartal 1999 eroberte Apple in Deutschland aber immerhin einen Marktanteil von 2,8 Prozent. "Damit spielen wir wieder in der ersten Liga der Markenhersteller", meinte Peter Dewald, Chef der deutschen Apple- Niederlassung.Dewald versucht nun, den iMac in den wichtigen deutschen Elektronik-Einzelhandelsketten wie Media Markt zu plazieren, in denen bis heute fast ausschließlich Windows-PCs angeboten werden. Eine Strategie, die sich bereits beim iMac auszahlte, der unter anderem über Karstadt-Filialen verkauft wird. Für den professionellen Markt bietet Apple den PowerMacintosh sowie das tragbare PowerBook nach wie vor über den Fachhandel an. Nur hier könnten angemessene Beratung und zusätzliche Dienstleistungen geboten werden, die diese Kunden erwarten, heißt es bei Apple.

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