DRAHTSEIL Akt : Sendungs- bewurstsein

Norbert Tefelski lässt sich Genussmittel servieren

Norbert Tefelski

Sie gehört zu den Protagonisten einer Kleinkunst-Renaissance, die in den frühen Neunzigern das Genre neu definierte. Zeitgemäße Ausdrucksformen, musikalisch wie inhaltlich, lösten den üblichen Rückgriff auf Lieder der Zwanziger ab. Während etwa Pigor & Eichhorn den „Salon-HipHop“ erfanden, grenzte sich Susanne Betancor als Popette von der „Chansonette“ ab. In ihrer verschmitzten Art, dem gern ins Absurde lappenden Ruhrpott-Humor, erfand sie literarisch pfiffige Dauerbrenner wie „Halluzinationen“, „Jeep“ oder „Wurst“. Letztere leckere Songkreation erhebt die einstige musikalische Weggefährtin von Helge Schneider nun zum Programmtitel. Denn es ist Zeit, Flagge zu zeigen: gegen Rauchverbot und Gesundheitswahn, für den Genuss von „Aufschnitt, Fleisch, Bier, Schokolade“. Passendes neues Liedgut ist versprochen, nebst jenen Ohrwürmern, die von der Popette solo am Klavier oder mit wechselnen Musikern, immer wieder neu interpretiert wurden. Aktuell mischen Dirk Berger (Gitarre) und Joe Bauer (Percussion) mit – im intimen Rahmen eines gemütlichen Ausprobiertheaters, das Erinnerungen an die Aufbruchszeit der neuen Berliner Kleinkunstszene weckt.

Zebrano-Theater, Sa 11.10., 20.30 Uhr, 15 €, erm. 13 €

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