Zeitung Heute : DRAMA

Kirschblüten – Hanami

Kerstin Decker

Eine Frau erfährt, dass ihr Mann nicht mehr lange leben wird. Der Arzt: Machen Sie noch eine gemeinsame Reise! Was man so sagt, wenn es nichts mehr zu sagen gibt, zumindest nicht vom medizinischen Standpunkt. Die Frau doppelt ratlos: Was erleben? Aber mein Mann will nichts erleben! Genau so ist Rudolf, leitender Angestellter der kommunalen Abfallbeseitigung. In der Regelmäßigkeit seiner Tage sind Störungen, gar die durch den eigenen Tod, nicht vorgesehen. Die Entdeckung dieses Films: Elmar Wepper – mit einer Lakonie jenseits jeder Pose, darum mit der Möglichkeit zum Pathos, ohne je pathetisch zu sein. Denn nach zwei Stunden wird dieser Rudolf – werden wir – mehr über das Sterben und die Trauer wissen als die meisten Menschen. Und wir werden mit ihm sehr weit gereist sein, um all das zu erfahren. Bis Japan. Sanft wie der Fall der Kirschblüten in Tokio. Kerstin Decker

„Kirschblüten“, D 2008, 127 Min., R: Doris Dörrie, D: Elmar Wepper, Hannelore Elsner

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