Zeitung Heute : DRAMA

Daratt – Zeit der Entscheidung

Lydia Brakebusch

Regisseur Mahamet-Saleh Haroun tastet die Seelenlandschaft der Überlebenden nach dem Bürgerkrieg im Tschad ab: Der 16-jährige Atim will den Tod seines Vaters rächen, dessen Mörder Nassara unbescholten in der Hauptstadt N’Djamena lebt. Er heuert in dessen Bäckerei an. Es beginnt ein Duell zwischen Atim und Nassara, zwischen Schuld und Sühne, Rache und Vergebung. Harouns Film ist Teil des Projekts „New crowned Hope“, das zeitgenössische Kunst mit Mozartwerken verbinden soll – hier die Oper „La Clemenza di Tito“. Der Film kommt mit sparsamen Dialogen aus, die durch die ausdrucksstarken Darsteller ersetzt werden. Die Zerrissenheit Atims spricht aus der zitternden Hand, die nach dem Revolver in der Tasche tastet. Es entsteht eine Spannung, die sich quasi in der Bäckerei staut. Packend. Lydia Brakebusch

„Darrat“, Tschad/F 2006,

95 Min., R: Mahamet-Saleh

Haroun, D: Ali Bacha Barkai, Youssouf Djaoro

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