Zeitung Heute : DRAMA

Mein Bruder ist ein Einzelkind

Christina Tilmann

Es beginnt mit alltäglicher Geschwisterrivalität – und endet in politischem Extremismus. Italien 1962, eine Kindheit in Mussolinis Planstadt Latina. Ärmliche Verhältnisse, eine überforderte Mutter, die Bruder und Schwester bevorzugt – kein Wunder, dass man da rebelliert, wenn man Accio, Ekel, genannt wird und ein picklig-pubertierender Jugendlicher ist. Und Pech eben, dass da noch genügend unbelehrbare Spätfaschisten in der Stadt sind, deren Programm von Macht und Ordnung für so einen Jugendlichen nur zu verführerisch ist. Eine politische Gesellschaftschronik hat Daniele Luchetti mit seinem Film „Mein Bruder ist ein Einzelkind“ geschrieben – quer durch zwei Jahrzehnte, zwischen Rechts- und Linksextremismus, und mit einem überragenden Schauspielerensemble. Zeitgeschichte als Familiengeschichte – packend. Christina Tilmann

„Mein Bruder ist ein Einzelkind“, I/F 2007, 100 Min., R: Daniele

Luchetti, D: Elio Germano, Riccardo Scamarcio, Diane Fleri

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