Zeitung Heute : DRAMA

Grace is gone

Martin Schwickert

Wenn der Vater nach Hause kommt, schaltet die Tochter schnell den Fernseher aus. Den beiden ist es streng untersagt, sich die Irakkriegs-Berichterstattung anzuschauen. Als Berufssoldatin ist ihre Mutter an der fernen Front. Als Uniformierte die Todesnachricht überbringen, sind die Kinder in der Schule. Stanley schafft es nicht, ihnen die traurige Wahrheit zu sagen und lädt sie spontan zu einem Ausflug in einen Vergnügungspark ein. Sehr präzise spielt John Cusack den verschlossenen Familienvater, dessen emotionale Ungelenkigkeit ihre Entsprechung in der politischen Scheuklappenmentalität des Antihelden findet. Gezielt erzählt Regisseur Strouse die Geschichte über die Folgen des Krieges an der Heimatfront aus der Familienperspektive und versucht den Film für das liberale Amerika ebenso konsumierbar zu machen wie für das konservative. Ausgewogen. Martin Schwickert

„Grace is gone“, USA 2007,

85 Min., R: James C. Strouse,

D: John Cusack, Shélan O’Keefe

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben