Zeitung Heute : DRAMA

Alles für meinen Vater

Martin Schwickert

Der Palästinenser Tarek betritt nervös einen Elektroladen in Tel Aviv und legt einen Schalter auf den Tisch. So einen bräuchte er möglichst schnell. Der alte Katz runzelt die Stirn. Den müsse er bestellen und morgen sei Sabbath. Der alte Mann kann nicht wissen, dass Tarek einen Bombengürtel trägt, den er auf dem Markt vergeblich zu zünden versucht hat. Der verhinderte Attentäter muss warten. Je näher er Katz und die junge Kioskbetreiberin Keren kennenlernt, desto weiter entfernt er sich von seiner Mission. Was sich auf dem Papier wie ein pazifistisches Lehrstück anhört, entwickelt sich in Dror Zahavis Film zu einem differenzierten Diskurs über das festgefahrene Verhältnis zwischen Israelis und Palästinensern, das in der persönlichen Begegnung aufgelockert wird. Die Macht der politischen Verhältnisse kann dadurch aber nicht aufgebrochen werden. Differenziert. Martin Schwickert

„Alles für meinen Vater“, D/IS 2008, 96 Min., R: Dror Zahavi, D: Shredy Jabarin, Hili Yalon

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