Zeitung Heute : DRAMA

Unter Bauern

Kerstin Decker

Dies ist eine wahre Geschichte. Es ist die Geschichte einer Rettung. Westfälische Bauern verstecken während des Nationalsozialismus eine jüdische Familie. Der Film von Ludi Boeken ist wie sein Titel: „Unter Bauern. Retter in der Nacht“. Wer sich Filme, die so heißen, gern anschaut, weiß, was er tut. Bauern reden nicht viel. Sie wären die Letzten, die erklären könnten oder wollten, warum sie für fremde Menschen Haus, Haut und Hof riskieren. Und das brauchen sie auch nicht. Bäurisch ist nicht nur die Ordnung von Blut und Boden, sondern manchmal auch ein Gefühl für – nennen wir es – Weltordnung. Und die wird aufgerichtet im Angesicht des anderen, des Schutzlosen. In Boekens Film scheint hinter jeder Szene ein unsichtbares Ausrufezeichen zu stehen. Das verstimmt. Das alttestamentarische Bilderverbot war schon eine weise Idee. Aufdringlich.Kerstin Decker

„Unter Bauern“, D 2009,

100 Min., R: Ludi Boeken, D:

Veronica Ferres, Armin Rohde

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