Zeitung Heute : DRAMA

Lucy und Wendy

Kerstin Decker

Eine junge Frau und ein Hund. Wendy und Lucy. Lucy und Wendy. Und ein alter Honda. Alt genug, dass er eines Morgens nicht mehr anspringt, als ein alter Wachmann an die Autotür klopft – Wendy könne hier nicht schlafen. Und parken auch nicht. Sie schläft immer im Auto, ein anderes Zuhause hat sie nicht. Wendys Tage waren noch nie besonders hell - sonst würde sie jetzt nicht nach Alaska fahren, um dort in einer Fischfabrik zu arbeiten – aber dieser Tag irgendwo in Idaho, der mit dem alten Wachmann am frühen Morgen beginnt, ist selbst für Wendy zu viel. Kelly Reichardts schöner, leise beobachtender Film handelt von den Rändern und davon, wie schmal sie plötzlich werden können. Selbst für solche Passgängerinnen des Lebens wie Lucy. Michelle Williams gibt dieser Wendy eine sensible Derbheit, die von Zartheit fast nicht unterscheidbar ist. Sehenswert. Kerstin Decker

„Wendy and Lucy“, USA 2008, 80 Min., R: Kelly Reichardt,

D: Michelle Williams, Walter Dalton

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