Zeitung Heute : DRAMA

The Dust of Time

Kerstin Decker

„Darum ist jedes neue Projekt ein neuer Anfang im generellen Chaos der Ungenauigkeit von Gefühlen. … Ein Überfall auf die Unklarheiten.“ So beschreibt der große alte Mann des europäischen Autorenfilms Theo Angelopoulos seine Weise, Filme zu machen. Längst haben sich die Unklarheiten an diese Überfälle gewöhnt und schlagen den Angreifer Angeloupolos zurück, diesmal gar ganz zu Boden? Willem Dafoe (Foto), Bruno Ganz, Michel Piccoli, Irène Jacob und leider auch Christiane Paul haben zwei Stunden lang die Aufgabe, unter sich selbst, dem verlorenen Nächsten, vor allem aber unter der Geschichte zu leiden. Die Geschichte: das ist die Weltgeschichte des vergangenen Jahrhunderts, von Stalin über den Vietnamkrieg, über den Fall der Berliner Mauer bis Silvester 1999. Zufällig sind sie überall dabei, ein paar Verwehte. Und das Ganze zerfällt schon beim Zuschauen in den Staub der Zeit. Langatmig. Kerstin Decker

„The Dust of Time“, GR/D 2009, 128 Min., Regie: Theo Angelopoulos, D: Willem Dafoe, Bruno Ganz, Michel Piccoli, Irène Jacob

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