Zeitung Heute : DRAMA

Die Fremde

Umay hält es nicht mehr aus bei ihrem gewalttätigen Mann in Istanbul. Zusammen mit ihrem kleinen Sohn Cem reist sie zu ihrer Familie nach Berlin. Doch dort trifft sie vor allem bei ihrem Vater und dem ältesten Bruder auf Unverständnis. In ihren Augen hat Umay die Familienehre zerstört und muss bestraft werden. Die österreichische Regisseurin Feo Aladag verwendet ihn ihrem fernsehspielhaften Debüt viel Zeit darauf, die emotionale Zerrissenheit der Familie zu zeigen. So ist der patriarchale Vater kein kalter Klotz und die beiden jüngeren Geschwister leiden still mit Umay. Die wehrt sich dagegen, wie eine Fremde behandelt zu werden. Und so mündet der Film in eine Serie dramatischer Auftritte und Heulszenarien, über der alle übrigen Handlungsfäden vergessen werden. Es herrscht Alarmstufe rot bis zum perfide-manipulativen Finale. Übertrieben und zerfasert. Nadine Lange

„Die Fremde“, D 2009, 123 Min., R: Feo Aladag, D: Sibel Kekilli, Nizam Schiller, Tamer Yigit

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