Zeitung Heute : DRAMA

Zeit des Zorns

Teheran 2009. Ein Mann, allein im Auto, Fabrikhallen, Betonwohnburgen, Jagdszenen zwischen kahlen Bäumen. Ein freudloses Leben, wären da nicht die Frau und die Tochter. Eines Tages sind sie verschwunden. Behördenflure, quälendes Warten: Sie sind tot, alle beide. „Zeit des Zorns“ ist ein Film, wie es ihn aus dem Iran bisher nicht gab: kein Lamento, kein Poem, sondern das Aufbegehren eines vor Schmerz tauben Menschen, ein Schrei, gleichsam ohne Ton. Der Mann (Regisseur Rafi Pitts) geht wieder jagen, zielt auf Autos, aus sicherer Entfernung, erschießt zwei Polizisten, ohne Worte. Am Ende ist er selbst das Jagdwild, das sich mit zwei uniformierten Verfolgern im Wald verirrt. Drei Männer im mörderischen Clinch miteinander verstrickt, in einem Land, das keinen Ausweg weiß auf der Suche nach einer Zukunft. Politisches Seelendrama. Christiane Peitz

„Zeit des Zorns“, D/Iran 2010, 91 Min., R: Rafi Pitts, D: Rafi Pitts, Mitra Hajjar, Ali Nicksaulat, Hassan Ghalenoi

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