Zeitung Heute : DRAMA

Miral

Miral heißt eine rote Blume, die an Straßenrändern wächst. Miral heißt auch die Heldin in Julian Schnabels neuem Film. Sie ist eine israelische Palästinenserin. Aber nein, diese Miral (Freida Pinto) wächst nicht am Straßenrand auf , sie kommt aus der Obhut eines liebenden Vaters und geht in die eines Waisenhauses, einer Schule für palästinensische Mädchen. Doch ist nicht auch diese Obhut eine Lüge, eine falsche Besänftigung, fragt sich das Mädchen irgendwann. Denn: Niemand hält die Hand über ihr Volk. Julian Schnabel erzählt die jüdisch-palästinensische Geschichte aus dem Blickwinkel dreier Frauengenerationen, von der Gründerin des Waisenhauses bis zu Miral. Vielleicht ist das zu viel. Und auch der Wille zur Botschaft, und sei es der humansten, macht einen Film nicht stärker. „Miral“ bleibt Bebilderung, statt selbst Bild zu werden. Überambitioniert.Kerstin Decker

GB/F/IL 2010, 112 Min., R: Julian Schnabel, D: Freida Pinto, Hiam Abbass, Willem Dafoe

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