Zeitung Heute : DRAMA

Man tänker Sitt – Burrowing

Julian Hanich

Eine Vorstadtidylle, die einer beengenden Vorhölle gleicht: Die schwedischen Regisseure Fredrik Wenzel und Henrik Hellström verfolgen in ihrem Debütfilm den spindeldürren Knaben Sebastian, wie er durch die blitzsauberen Straßen einer Siedlung streift und in den geordneten Gärten das Abenteuer sucht. Lose eingeschoben finden sich Beobachtungen dreier Männer, deren Unwohlsein aufscheint in ihrer Auflehnung gegen die bestehende Ordnung. „Burrowing“ zelebriert mit wunderschönen Aufnahmen die Natur als Ausweg aus dem Angepasstheitsterror. Und wenn Sebastian im Voice-Over mit rauer Stimme Passagen aus den Hauptwerken des amerikanischen Philosophen Henry David Thoreau zitiert, wirkt der Film vollends wie eine Hommage an Terrence Malick. Das ist manchmal an der Grenze zum Prätentiösen. Oft aber ist es: Faszinierend. Julian Hanich

S 2009, 76 Min., R: Fredrik Wenzel, Henrik Hellström, D: Sebastian Eklund, Jörgen Svensson

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