Zeitung Heute : DRAMA

Bibliothèque Pascal

Dies ist ein Film aus Elend und Glamour; er ist traumleicht und wirklichkeitsschwer. Es ist ein sozialkritischer Film, aber einer wie es ihn so noch nie gab. Ein Märchen, ein sehr böses. Der nüchterne Anfang trügt: Eine junge, schöne Frau auf dem Jugendamt. Sie möchte das Sorgerecht für ihre kleine Tochter. Der Beamte sagt vieles, und am Ende sagt er, die Möchtegernmutter soll ihm doch mal erzählen, was sie in den letzten drei Jahren gemacht hat. So tauchen wir ein in Monas Welt, so bunt, wie sie von keinem Büro aus vorstellbar ist. Aber auch nicht so hart. Und nicht so reich. Nur wie soll ein kleines Mädchen darin Platz finden? Wenn es eine osteuropäische Tradition des magischen Realismus geben sollte, so ist sie mit diesem Film des Ungarn Szabolcs Hajdu um ein unverwechselbares Werk reicher. Einzigartig.Kerstin Decker

H/D 2010, 114 Min.,

R: Szabolcs Hajdu, D: Orsolya Török-Illyés, Oana Pellea, Razvan Vasilescu

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