Zeitung Heute : DRAMA

Der Junge mit dem Fahrrad.

Cyril ist zwölf, ein Heimkind, der Vater hat sich vom Acker gemacht, und das Fahrrad ist auch weg. Wütend büchst der Junge aus, um den Vater zu suchen. Ein sturer, hypernervöser Wildfang (Thomas Doret), die Kamera kommt kaum hinterher. Auf seiner Flucht gerät er in eine Arztpraxis, klammert sich an die nächstbeste Frau. Die sagt nur: „Du kannst dich festhalten, aber nicht so fest.“ So fängt es an mit Samantha und Cyril. Ein Sozialdrama? Eine Liebesgeschichte, eine Hymne auf die Güte und die Geduld. Samantha, die Kleinstadt-Friseuse, treibt das Rad auf und den untauglichen Vater, tröstet den Jungen. Große Worte macht sie nicht, auch nicht, als Cyril an falsche Freunde gerät. Menschen können einander helfen. Und weil Samantha von der fröhlichen Cécile de France gespielt wird, ist dieser hellste aller Dardenne- Filme kein bisschen rührselig. Erstaunlich. Christiane Peitz

B/F/I 2011, 87 Min., R: Jean-Pierre und Luc Dardenne, D: Thomas

Doret, Cécile de France, Jérémie Renier

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