Zeitung Heute : DRAMA

Hinter der Tür.

Ungarn in den sechziger Jahren. Magda, Schriftstellerin aus bürgerlichem Hause, heuert die Dienstmagd Emerenc an, eine bärbeißige, unwirsche Person. Zwischen den beiden entspinnt sich, nein, keine Freundschaft, sondern mehr: tiefes gegenseitiges Verständnis, eine Nähe, die in einer stillen Tragödie des guten Willens endet. István Szabó hat den autobiografischen Klassiker „Die Tür“ von Magda Szabó (nicht verwandt) in sehr gediegenes Ausstattungskino übersetzt, ein Psycho-Kammerspiel um das Weiterleben nach traumatischer Vergangenheit in der Mitte Europas. Da die Hauptrollen von Martina Gedeck (Magda) und Helen Mirren (Emerenc) gespielt werden, erwartet den Zuschauer gleichwohl ein Duell der Schauspielkunst: zwei starke, sture, ebenbürtige Frauen. Die altbackene Inszenierung ficht sie kaum an. Altmodisch, aber ansehnlich. Christiane Peitz

H 2012, 98 Min., R: István Szabó, D: Helen Mirren, Martina Gedeck

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