Zeitung Heute : DRAMA

Jasmin.

Kammerspiele im Kino sind Wagnisse. Wenn sie aber eine solche Wucht entwickeln wie „Der Gott des Gemetzels“, bieten sie neu dimensioniertes Theater. Auch „Jasmin“, nach einem realen Gerichtsfall um eine Kindsmörderin, erreicht diese Intensität. Die Darstellerinnen Wiebke Puls und Anne Schäfer steigern sich über 90 Minuten in ein fesselndes Zwiegespräch. Hier sitzt die Ärztin Dr. Feldt (Wiebke Puls), die eine „psychiatrische Exploration“ für ein Gerichtsgutachten erstellt. Dort ist Jasmin (Anne Schäfer, Foto), die unter dem Verdacht steht, ihr Kind ermordet zu haben. Die eine prüft abschätzend, die andere treibt wie ein konfuses Kind durch das Verhör. Mit ihren gedämpften Farben erinnern die Bilder an holländische Barockmalerei. Jan Fehse präsentiert in seiner zweiten Regiearbeit eine intensive Schauspielerleistung. Packend.

Dorothee Tackmann

D 2011, 89 Min., R: Jan Fehse, D: Anne Schäfer, Wiebke Puls

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