Zeitung Heute : DRAMA

Marieke und die Männer.

Susanne Stern

Die 20-jährige Marieke hat eine ungewöhnliche Vorliebe: Sie schläft mit Männern, die ihre Großväter sein könnten, und hält dabei jedes Detail der gealterten Körper fotografisch fest. Schnell ist klar, dass es Marieke nicht nur um Sex geht – sie ist auf der Suche nach den fehlenden Puzzlestücken ihrer Identität. Vor allem nach einem Bild des Vaters, der starb, als Marieke klein war. Als ein Jugendfreund des Vaters auftaucht, geraten die Dinge in Bewegung. Sophie Schoukens erzählt diese Geschichte in ihrem Regiedebüt unprätentiös, nicht sehr überraschend, aber ohne überflüssige Schnörkel, nah an ihrer Hauptfigur, ohne deren Verhalten zu kommentieren. Auch in den Sexszenen bleibt der Blick der Kamera nüchtern. Schön, wie Schoukens in die Figur eintaucht und ihr dabei gleichzeitig ihr Geheimnis lässt. Zudem ist der Film eine Hommage an ein verregnetes Brüssel und das Lied „Marieke“ von Jacques Brel. Vielschichtig. Susanne Stern

B/D 2011, 85 Min., R: Sophie Schoukens, D: Hande Kodja

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