Zeitung Heute : DRAMA

Pieta.

In einem Industrieviertel von Seoul verdingt sich Lee Kang-Do als brutaler Geldeintreiber unter den Besitzern kleiner Metallwerkstätten. Wer die Kredite mit Wucherzinsen nicht zurückzahlen kann, dem verstümmelt er Arme oder Beine. Eines Tages tritt eine Frau in sein Leben: Angeblich seine Mutter, bittet sie ihn um Vergebung dafür, dass sie ihn nach der Geburt im Stich ließ. Kang-Do, der sich zum ersten Mal jemandem zugehörig fühlt, verändert sich und erkennt, was Gewalt unter Menschen anrichtet. „Pieta“, der neue Film des Südkoreaners Kim Ki-Duk, ist ein düsteres Gleichnis über Schuld, Mitleid und Rache – ein tieftrauriger Blick auf den Menschen im Kapitalismus. Mit exzellenten Darstellern und einer Bildsprache, die in verwahrlosten Winkeln Schönheit findet, entfaltet dieses ebenso rohe wie poetische Kammerspiel eine Wucht, der man sich nur schwer entziehen kann. Beeindruckend.Sebastian Handke

ROK 2012, 104 Min., R: Kim Ki-Duk, D: Lee Jung-jin, Cho Min-soo

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