Zeitung Heute : DRAMA

Oslo, 31. August.

Spricht es gegen das Verleihsystem, dass der zweite Film des Norwegers Joachim Trier erst jetzt in die deutschen Kinos kommt? Die Premiere in Cannes liegt fast zwei Jahre zurück, der Film musste offenbar zunächst in der Grabbelkiste landen, um in Deutschland einen Verleih zu bekommen. Andererseits funktioniert das System doch, wenn ein solches Meisterwerk den Weg auf die Leinwand findet. 24 Stunden umfasst die Handlung, einen Tag – allerdings durchaus nicht irgendeinen – im Leben des 34-jährigen Anders (Anders Danielsen Lie), der aus der Entzugsklinik für einen Tag nach Oslo zurückkehrt, wo er ein Vorstellungsgespräch hat und alte Freunde trifft. Atmosphärisch dicht, emotional intensiv, dazu ungemein präzise geschrieben, inszeniert und gespielt, ist „Oslo, 31. August“ unbedingt sehenswert und mit Sicherheit einer der besten Filme des Jahres. Ganz gleich, ob 2011 oder 2013. Meisterhaft.David Assmann

N 2011, 94 Min., R: Joachim Trier, D: Anders Danielsen Lie

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