Zeitung Heute : DRAMA

Nach der Revolution.

Die Arabellion als Schmonzette, das ist ein Unding. Gerade die Unmöglichkeit macht den Film jedoch sehenswert, trotz Kitsch und wortreichen Lektionen in Sachen Revolution. NGO-Rebellin verliebt sich in Mubarak-Schergen; die reiche Aktivistin aus Kairo und der arme, verheiratete Reiter aus dem Pyramidendorf tauschen verbotene Küsse, und die Konfusion ist perfekt. Im ersten nennenswerten TahrirPlatz-Spielfilm trifft Seifenoper auf Neorealismus, folkloristische Romanze auf die Dokumentaraufnahmen von 2011. Unentwegt werden Freiheit, Gerechtigkeit, anständige Bildung für Mahmouds Söhne und Futter für die Pferde eingeklagt, alle stehen unter Druck. Ein temporeicher Film, jeder Dialog birst vor explosiver Energie – einer Wut, die sich auch aus dem heutigen Wissen um die Unmöglichkeit speist, den Traum von 2011 wahr zu machen. Ehrenwert. Christiane Peitz

F/ET 2012, 129 Min., R: Yousry Nasrallah, D: Menna Shalabi, Bassem Samra, Nahed el Sebai, Salah Abdallah

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