Zeitung Heute : DRAMA

Jung & schön.

Isabelle ist 17, geht noch zur Schule, und hat letzten Sommer nachts am Strand, die Sache lief schnell und nüchtern ab, ihre Unschuld verloren. Wieder zu Hause in Paris, macht sie sich mit Handy und Laptop selbstständig, als Luxus-Callgirl Léa, und besucht nach der Schule betuchte Freier im Hotel. Als ein soignierter älterer Kunde beim Sex einem Herzinfarkt erliegt, fliegt Isabelles Doppelleben auf. François Ozon zeigt einen Jahreslauf im Leben des von Marine Vacth fraglos hübsch verkörperten Mädchens, vermag aber über den Oberflächenreiz der elegant inszenierten Szenerien keinerlei Interesse an der Hauptfigur zu erwecken. Isabelle scheint ohne Motiv zu handeln, und als dann, dramaturgisch durchaus kunstvoll gebrochen, doch noch eine Art Verlustgefühl erkennbar wird, ist es für Empathie zu spät. Kühl. Jan Schulz-Ojala

F 2013, 93 Min., R: François Ozon, D: Marine Vacth, Géraldine Pailhas, Frédéric Pierrot, Charlotte Rampling

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